Weichholz- und Landhausmöbel
Antike Weichholz- und Landhausmöbel
Fichte, Kiefer und Tanne: Herkunft, ursprüngliche Bemalung, typische Möbel und die richtige Pflege antiker Landhausmöbel.

Weichholzmöbel aus Fichte, Kiefer oder Tanne stehen für das ländliche und bürgerliche Leben des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie sind solide, unkompliziert und bringen Wärme in jeden Raum. Gerade in Küche, Diele und Wohnküche sind antike Landhausmöbel heute sehr beliebt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Weichholzmöbel ausmacht, wie sie früher aussahen und wie Sie sie pflegen.
Welche Hölzer zählen zu Weichholz?
Als Weichholz bezeichnet man vor allem die heimischen Nadelhölzer Fichte, Kiefer und Tanne. Sie wachsen schneller als Laubhölzer wie Eiche oder Nussbaum, sind leichter zu bearbeiten und waren entsprechend günstiger. Deshalb wurden Möbel für Küche, Kammer und Bauernhaus häufig aus Weichholz gebaut. Kiefer hat eine kräftigere Maserung und wird mit der Zeit honigfarben, Fichte und Tanne sind heller und ruhiger.
Ursprünglich oft bemalt
Viele Weichholzmöbel waren ursprünglich nicht holzsichtig. Sie wurden farbig gefasst, mit Blumenmotiven bemalt (Bauernmalerei) oder mit einer gemalten Maserung versehen, die teurere Hölzer wie Eiche oder Nussbaum imitierte. Diese sogenannte Maserierung zeigt, wie sehr man sich edlere Möbel wünschte.
Seit den 1970er-Jahren wurden viele dieser Möbel abgebeizt oder abgelaugt, um das rohe Holz sichtbar zu machen. Daraus entstand der helle, natürliche Landhausstil, den viele heute mit Weichholzmöbeln verbinden. Möbel mit erhaltener Originalbemalung sind dagegen seltener geworden und werden von Sammlern besonders geschätzt.
Typische Landhausmöbel
- Küchenschränke und Buffets mit Aufsatz für Geschirr und Vorräte
- Brotschränke mit luftigen Türen
- Dielenschränke und Kleiderschränke, oft zerlegbar
- Truhen für Wäsche und Aussteuer
- Küchentische und Esstische, häufig mit Schublade
- Bänke, Stühle und Regale
Vorteile von Weichholzmöbeln
- Robust im Alltag: Kleine Kratzer und Gebrauchsspuren fallen kaum auf und gehören zum Charakter.
- Vielseitig: Weichholz passt zu Landhaus, Skandinavisch, Industrial und modernen Küchen.
- Erschwinglich: Antike Weichholzmöbel sind meist günstiger als vergleichbare Möbel aus Edelhölzern.
- Gut zu restaurieren: Oberflächen lassen sich auffrischen und an die eigenen Wünsche anpassen.
Worauf Sie achten sollten
- Holzwurm: Nadelholz wird gern vom Gewöhnlichen Nagekäfer befallen. Frisches, helles Bohrmehl weist auf einen aktiven Befall hin, der vor dem Aufstellen behandelt werden muss.
- Weiches Holz: Weichholz ist druckempfindlicher als Eiche. Dellen durch Gegenstände sind normal.
- Abgelaugt oder gefasst: Fragen Sie, ob das Möbel ursprünglich bemalt war und wie die heutige Oberfläche entstanden ist.
- Maße und Transport: Große Schränke sind oft zerlegbar, das erleichtert Transport und Aufbau.
Pflege von Weichholzmöbeln
Holzsichtige Weichholzmöbel sind meist gewachst. Zur Pflege genügt regelmäßiges Abstauben mit einem weichen Tuch. Bei Bedarf wird dünn nachgewachst und auspoliert. Starke Nässe und direkte Hitze sollten Sie vermeiden. Bemalte Oberflächen nur trocken reinigen. Mehr zur Pflege in unseren Ratgebern Pflege antiker Möbel und Schellack, Wachs oder Öl?
Weichholzmöbel in der Broßhauser Mühle
Neben Biedermeier, Barock und Gründerzeit führen wir ein großes Sortiment an Weichholzmöbeln im Landhausstil, restauriert in unserer eigenen Werkstatt. Auf Wunsch arbeiten wir ein unrestauriertes Möbel aus unserem Lager nach Ihren Vorstellungen auf. Lesen Sie dazu auch Restauriert oder unrestauriert kaufen?
Häufige Fragen
Welche Hölzer sind Weichhölzer?
Zu den Weichhölzern zählen vor allem die heimischen Nadelhölzer Fichte, Kiefer und Tanne. Sie sind leichter und einfacher zu bearbeiten als Laubhölzer wie Eiche oder Nussbaum.
Waren antike Weichholzmöbel ursprünglich bemalt?
Häufig ja. Viele wurden farbig gefasst, mit Bauernmalerei verziert oder mit einer gemalten Holzmaserung versehen. Seit den 1970er-Jahren wurden viele dieser Möbel abgebeizt oder abgelaugt.
Wie pflege ich antike Weichholzmöbel?
Holzsichtige Weichholzmöbel sind meist gewachst. Regelmäßig abstauben, bei Bedarf dünn nachwachsen und auspolieren. Nässe und direkte Hitze vermeiden.
Sind Weichholzmöbel anfälliger für Holzwurm?
Nadelholz wird gern vom Gewöhnlichen Nagekäfer befallen. Entscheidend ist, ob der Befall aktiv ist. Das erkennt man an frischem, hellem Bohrmehl.
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