Glossar antiker Möbel
Glossar antiker Möbel
Von Anrichte bis Zylinderbüro: Die wichtigsten Möbeltypen und Fachbegriffe rund um antike Möbel, kurz erklärt.

Vertiko, Demi-Lune, Blindholz, Patina: Wer sich mit antiken Möbeln beschäftigt, stößt auf viele Fachbegriffe. In diesem Glossar erklären wir die wichtigsten Möbeltypen und Begriffe aus Handwerk und Restaurierung, kurz und verständlich. Wo es passt, finden Sie direkt den Link zu den entsprechenden Möbeln in unserem Bestand.
Möbeltypen von A bis Z
- Anrichte
- Halbhohes Möbel mit Türen und Schubladen, dessen Platte zum Abstellen und Anrichten von Speisen dient. Heute vielseitig als Sideboard nutzbar. Anrichten ansehen
- Apothekerschrank
- Schrank mit vielen kleinen Schubladen, ursprünglich zur Aufbewahrung von Kräutern und Arzneien. Heute beliebt für Gewürze, Werkzeug oder Sammlungen. Apothekerschränke ansehen
- Ausziehtisch
- Tisch, dessen Platte sich durch Auszüge oder Einlegeplatten verlängern lässt. Ausziehtische ansehen
- Bodenseeschrank
- Regionaltypischer Schrank aus dem Bodenseeraum, meist zweitürig und als Kleider- oder Dielenschrank genutzt.
- Brandschrank
- Historischer, oft eisenbeschlagener Schrank zum Schutz von Geld und Dokumenten vor Feuer und Diebstahl. Brandschränke ansehen
- Buffet
- Großes Esszimmermöbel, meist zweiteilig: unten ein Unterschrank, oben ein oft verglaster Aufsatz für Geschirr. Buffets ansehen
- Demi-Lune
- Französisch für „Halbmond“. Wandtisch mit halbrunder Platte, oft paarweise gebaut, sodass zwei Tische einen runden Tisch ergeben. Demi-Lune Tische ansehen
- Dielenschrank
- Großer, meist zweitüriger Schrank für Flur und Diele, früher für Kleidung, Wäsche und Vorräte genutzt. Dielenschränke ansehen
- Etagere
- Offenes Möbel mit mehreren übereinander angeordneten Ablagen, zum Beispiel für Bücher oder Ziergegenstände.
- Kommode
- Niedriges Kastenmöbel mit Schubladen. Der Name kommt vom französischen „commode“, also „bequem“ oder „praktisch“. Kommoden ansehen
- Konsoltisch
- Schmaler Wandtisch, ursprünglich für Spiegel, Leuchter und Ziergegenstände. Heute ideal für Flur oder als Ablage hinter dem Sofa. Konsoltische ansehen
- Nähtisch
- Kleiner Tisch mit Fächern oder einem Beutel für Garn, Nadeln und Stoff, typisch für das 19. Jahrhundert. Nähtische ansehen
- Récamière
- Liegesofa mit erhöhtem Kopf- und oft auch Fußteil, benannt nach der Pariser Salondame Juliette Récamier.
- Sekretär
- Schreibmöbel mit herunterklappbarer Schreibplatte, hinter der sich Fächer und Schubladen befinden, oft auch ein Geheimfach. Sekretäre ansehen
- Stehpult
- Hohes Schreibpult zum Arbeiten im Stehen, früher von Kaufleuten und Schreibern genutzt. Stehpulte ansehen
- Truhe
- Eine der ältesten Möbelformen: ein Kasten mit Deckel zur Aufbewahrung von Textilien und Wertsachen. Truhen ansehen
- Vertiko
- Schmaler, hoher Schrank mit Schublade und oft dekorativem Aufsatz, typisch für die Gründerzeit. Der Name wird häufig auf einen Berliner Tischler namens Vertikow zurückgeführt, belegt ist das nicht. Vertikos ansehen
- Vitrine
- Schrank mit Glastüren und oft Glasseiten, um Porzellan, Gläser oder Sammlungen zu zeigen. Vitrinen ansehen
- Zylinderbüro
- Schreibmöbel, dessen Schreibfläche durch einen gewölbten, versenkbaren Rollverschluss abgedeckt wird.
Begriffe aus Handwerk und Restaurierung
- Beschlag
- Metallteile an Möbeln wie Griffe, Schlüsselschilder, Scharniere oder Zierbeschläge, meist aus Messing, Bronze oder Eisen.
- Blindholz
- Das Trägerholz unter dem Furnier, meist günstigeres Weichholz wie Fichte, Kiefer oder Pappel.
- Ebonisieren
- Schwarzbeizen von Holz, um Ebenholz zu imitieren. Typisch für Säulen und Leisten im Biedermeier.
- Furnier
- Dünne Holzblätter, die auf das Blindholz geleimt werden. Historisches Furnier wurde gesägt und ist dicker als modernes Messerfurnier.
- Gesims (Kranz)
- Der profilierte obere Abschluss eines Schranks.
- Intarsie
- Einlegearbeit, bei der Holzstücke oder andere Materialien in eine ausgearbeitete Vertiefung eingesetzt werden.
- Marketerie
- Einlegearbeit aus verschiedenen Furnieren, die zu einem Bild oder Muster zusammengesetzt werden.
- Patina
- Die natürliche Alterung der Oberfläche durch Licht, Gebrauch und Zeit. Sie ist ein wichtiges Merkmal echter Antiquitäten.
- Schellack
- Natürliches Harz, gelöst in Alkohol, das von Hand als Politur aufgetragen wird. Die klassische Oberfläche hochwertiger Möbel des 19. Jahrhunderts.
- Schwalbenschwanzverbindung
- Holzverbindung mit trapezförmigen Zinken, vor allem an Schubladen. Bei alten Möbeln von Hand gesägt und leicht unregelmäßig.
- Zarge
- Der Rahmen unter einer Tischplatte, der die Beine verbindet.
Mehr Hintergrundwissen finden Sie in unseren Ratgebern zu den Epochen, Holzarten und zur Oberfläche antiker Möbel.
Häufige Fragen
Was ist ein Vertiko?
Ein Vertiko ist ein schmaler, hoher Schrank mit einer Schublade und oft einem dekorativen Aufsatz. Es ist ein typisches Möbel der Gründerzeit.
Was ist ein Demi-Lune-Tisch?
Ein Demi-Lune-Tisch ist ein Wandtisch mit halbrunder Platte. Der Name ist französisch und bedeutet „Halbmond“. Oft wurden zwei Tische als Paar gebaut, die zusammen einen runden Tisch ergeben.
Was ist der Unterschied zwischen Intarsie und Marketerie?
Bei der Intarsie werden Holzstücke in eine ausgearbeitete Vertiefung eingesetzt. Bei der Marketerie werden verschiedene Furniere zu einem Bild oder Muster zusammengesetzt und als Ganzes aufgeleimt.
Was bedeutet Blindholz?
Blindholz ist das Trägerholz unter dem Furnier, meist ein günstigeres Weichholz wie Fichte, Kiefer oder Pappel.
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